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KLINIKERFAHRUNG EINER BETROFFENEN

Klinik für Psychatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Phillips-Universität in Marburg

Ich wurde in die Klinik für Psychatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Phillips-Universität in Marburg eingeliefert.

Bei einem Vorgespräch wurde festgestellt, dass eine statiönäre Behandlung meiner derzeitigen Magersucht fast unumgänglich sei. So wurde ich sofort auf die Warteliste gesetzt und innerhalb der nächsten 3 Tage wurde auch schon ein Bett frei.

Da ich die Therapie nach 6 Wochen abbrach, kann ich nur über eine kurze Zeit in der Klinik und nur über die Therapien, die ich erfahren habe berichten und übernehme keine Haftung zu meinen Angaben.

Jeder empfindet eine Klinik übrigens anders. Wenn es einem in der Klinik nicht gefällt, muss das nicht an der Klinik liegen und kann von einem anderen ganz gegenteilig empfunden werden. Meine Erfahrungen zeigen deutlich, dass die Meinungen über eine Klinik weit auseinander gehen. Aus diesem Grund würde ich sehr empfehlen, eine Klinik nicht nur über Erfahrungsberichte zu beurteilen. Ich möchte mit meiner Beschreibung nur aufklären, nicht etwa die Klinik schlecht machen oder gar von einer Behandlung dort abraten.

 

Mein Tagesablauf
7:00 wecken, waschen, anziehen, wiegen (nackt, bis auf den Slip), Puls und Temperatur messen
8:00 Frühstück
8:20 Schulbeginn
10:20 Pause, Zwischenmahlzeit auf der Station
10:45-12:00 Schule
12:00 Mittagessen
12:30-14:00 Mittagspause auf dem Zimmer
14:00 Kaffee-Mahlzeit
14:30-18:00 Therapien, Arbeitsgemeinschaften oder Freizeit
18:00 Abendbrot
18:30-21:00 Fernsehzeit (natürlich nur wer wollte)
21:00 Spätmahlzeit
22:15 Schlafenszeit (je nach Alter)

Therapien

Einzeltherapie
Hier besprach man ca. 1 Stunde alles was einen so bewegt. Man plant den Therapieablauf, redet über seinen Krankheitsverlauf und die möglichen Ursachen, redet über den jetzigen Stand der Dinge (z.b. das Esssverhalten, die Gewichtsentwicklung, den Ausgang u.s.w.), und legt auch ein individuelles Mindestgewicht fest (nach bmi-Berechnung).

Bewegungstherapie
Hier traf man sich in der Turnhalle um einen Bezug zu seinem Körper zu bekommen und eine realistische Körperwahrnehmung zu entwickeln. Es wurden leichte Sportübungen, aber auch andere Dinge z.B. mit Hilfe von Massagebällen und Musik gemacht.

Entspannungstherapie
Hier traf sich eine kleine Gruppe im Meditationsraum zu Entspannungs- und Meditationsübungen. Man lernte sich komplett zu entspannen und auf die Empfindung von An- und Entspannung der Muskeln zu achten.

Ernährungstherapie
Hier wurden alle Fragen zum Thema Ernährung von einer Ernährungsberatung beantwortet und über eine gesunde Ernährung aufgeklärt. Es wurde auch das Esssverhalten vor und nach der Essstörung analysiert und Körperschemastörungen mit Hilfe eines Computerprogrammes verdeutlicht.

Kochgruppe & Essrunde
Hier wurden gemeinsam Mahlzeiten zubereitet und anschließend gegessen. So sollte man langsam wieder einen normalen Bezug zum Essen bekommen. Hier kamen alle Esssgesörten einer Station zusammen und mussten ein kleines Statemant zu seinem Esssverhalten und seinem Gewicht abgeben. Es wurden auch Anliegen in Bezug zu diesem Thema geäußert und Lösungen für Probleme gesucht. Bei der Essrunde war ein Betreuer und die Ernährungstherapeutin anwesend.

Sitzung aller Patienten
Zu dieser Sitzung mussten alle Patienten einer Station kommen. Die Sitzung wurde jede Woche von einem anderen Patient geleitet. Es wurden positive und negative Äußerungen gemacht und Ämter (wie z.B. Ordungs-, Bäder- und Hantuchdienst) eingeteilt. In dieser Runde bekamen neue Patienten die Gelegenheit, sich kurz vorzustellen. Es war immer ein Betreuer dabei, der auch Äußerungen von Seiten des Personals weitergab.

Ergotherapie & Arbeitsgemeinschaft (AG)
Hierzu kann ich leider keine großen Angaben machen, da ich während meines Aufenthalts noch nicht an dieser Therapie teilnahm. Ich weiß nur, dass man hier seinen Gefühlen mittels malen und basteln Ausdruck verleihen konnte.
In einer Arbeitsgemeinschaft wurde jede Woche durch AG-Vorschläge der Patienten ein AG-Plan entworfen. Man musste an mindestens 2 AG´s pro Woche teilnehmen. Es waren Aktivitäten wie z.B. Kino, Schwimmen, Kegeln u.s.w.

Die Klinik-Regeln
Unter der Woche 2 Telefonate für jeweils 5 min. empfangen (zu einer ganz bestimmten Zeit) Ansonsten gab es keine Gelegenheit zu telefonieren. An Wochenenden konnte man zwar fast den ganzen Tag angerufen werden, doch die Telefonzeit hielt sich auch dort in Grenzen.

-Die Besuchstage waren Mittwoch, Samstag, Sonntag und an Feiertagen. -Der Ausgang wurde mit dem Therapeuten festgelegt. Ich z.B. durfte während meiner ganzen Zeit nur höchstens 30 min. mit einem Betreuer spazieren gehen.

-Bei jeder Mahlzeit hatte man 30 min. Zeit seine Portion zu essen. Der Teller musste leer sein. Man konnte am Anfang der Therapie eine geringe Menge an Lebensmitteln streichen, die einem nun gar nicht schmecken.

-Es war Pflicht, pünktlich an allen Therapien und Mahlzeiten teilzunehmen.

-Man durfte keine Lebensmittel, Getränke und spitze Gegenstände in seinem Zimmer aufbewahren.

- Es gab auf meiner Station ein 3-er, ein 5-er, ein 6-er und drei Einzelzimmer. Des weiteren noch ein 6-er Jungenzimmer. Es wurden übrigens nicht nur Essstörungen, sondern auch viele andere Krankheiten behandelt. Essstörungen waren jedoch am meisten vertreten.

Generelles
Insgesamt möchte ich noch zu dieser Klinik sagen, dass sie meiner Meinung nach ziemlich streng gehalten ist. In vielen Fällen ist dies jedoch auch notwendig und besser so. Zum Gebäude muss ich sagen, dass es teilweise etwas heruntergekommen ist und die Zimmer nicht allzu groß und komfortabel sind. Das sollte jedoch nicht gegen eine Behandlung in dieser Klinik sprechen, wie ich finde.

 

Ich wünsche allen Betroffenen viel Mut und Kraft ihre Krankheit zu überwinden und wünsche ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute! Ich selber leide zur Zeit an Bulimie und möchte mich in nächster Zeit wieder in stationäre Behandlung begeben. Ich hoffe, dass ich es dieses mal schaffe, meine Essstörungen zu besiegen!

Zur Kinder- und Jugendpsychiatrie Marburg...


 

Eine Übersicht weiterer Klinikberichte findest Du hier...

 

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